Wenn Social Media auf den Keks geht

Vor etwa einer Woche hat sich das, vielerorts (immer noch!) als Zukunft des Journalismus hochgelobte, (Online-)Magazin VICE heftigst über Social Media Manager ausgelassen. Neben einiger Kritik daran (zB hier und hier) und der ohnehin offensichtlich wie immer gelebten Provokation durch VICE, steckt in dem Artikel auch viel Wahrheit. Gut, der Ask ist in den meisten Fällen deutlich vorhanden – wie beim Kürbis von DOVE (5000 Likes und er wird zermatscht) oder der Bitte von Wheat Thins, doch bitte zu probieren ob der Retweet Button funktioniert. Auch dabei: „Pommes – vor oder nach dem Burger?“ von einem Online-Lieferdienst. Aber muss es wirklich so plump & offensichtlich sein, geht’s nicht ein bisschen subtiler? Mit mehr Anspruch? Ich meine was hat das alles mit Storytelling zu tun? Ein zuerst kurzer, und dann auch etwas länger Blick in den eigenen Facebook Newsstream bestätigt: nicht viel! Aber kann das mittelfirstig wrklich erfolgreiche Arbeit für die Marke bzw. Kampagne sein? Aber vielleicht folge ich einfach den falschen Marken?

Etwas Recherche sollte hier weiterhelfen! Eine Marke deren Auftritt mir relativ gut gefällt ist zB OREO. Mit clever-verspielten Grafiken versteht die Seite es, den Newsstream der Fans zu versüßen: den kleinen Keks immer groß in Szene gesetzt. Die „100 days daily Twist“ Kampagne und ihre Motive ist inzwischen legendär. Aber was ist mit dem Ask bei diesen Motiven? Nirgendwo steht da „teile mich“ oder „klick gefällt mir“. Dennoch scheint die Botschaft, dass OREO Kekse (essen) eine Menge Spaß machen rüber zu kommen und die auf Facebook inzwischen 34 Mio Fans umfassende Gemeinde zum liken und teilen zu animieren: ein augenscheinlich simples Keks-Bild auf psychedelischem Hintergrund – 7.580 Likes und über 700 Shares. Das mag nur eine schwache CTR sein im Bezug auf die Gesamt-Fanzahl, das Involvement der Fans über die Kommentare zu eben diesem Keksbild lässt sich aber auch sehen: User treten hier auch tatsächlich zahlreich über die Antworten Funktion zu Kommentaren miteinander in Kontakt, teilen Memes, die zum Bild passen könnten und tauschen sich aus. Die Likes für Kommentare übertreffen teilweise den eigentlichen Beitrag. Das klingt nach gut umgesetzter 3D-Kommunikation, bei der es in vielen Fällen auch nicht mehr um das eigentliche Produkt geht. Aber die Botschaft schwingt immer noch mit: Hab Spaß! Und das färbt hoffentlich wieder zurück aufs Produkt.

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Facebook Marketing Gedanken

Posting Zeiten

Grundsätzlich 2 der wichtigsten Fragen zum Posten von Inhalten auf Facebook – nämlich an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit erreiche ich am Besten meine Fans – sind gar nicht so einfach zu beantworten. So meint eine Infografik von DanZarella.com (Sekundärlink, Original offline) 8 Uhr morgens wäre die beste Zeit und Samstag (und mit bereits einigem Abstand) Sonntag die besten Wochentage um möglichst viele Fans zu erreichen.

Nun deckt sich das so gar nicht mit meiner persönlichen Erfahrung von u.a. 2 FB Seiten. Besonders seit die neuen Statistik-Funktionen vor einigen Monaten online gingen, sieht man das ja sehr schön. Und da ist vor 8 Uhr noch ziemlich tote Hose, da beginnt die Kurve gerade erst ihren Anstieg. Hier scheint der frühe Nachmittag die beste Möglichkeit zu sein, um das Bürovolk nach der Mittagspause erfolgreich abzuholen. Auch der Sonntag unterscheidet sich nicht wesentlich von den anderen Tagen. Zwar stimmt, dass die Performance hier (leicht) besser ist als an Montagen und Dienstagen. Der Mittwoch und die Folgetage halten hier aber locker mit. Aber vielleicht liegt das ja nur an den von mir betreuten Seiten und der Zielgruppe. Womit wir aber beim Knackpunkt sind: ich halte es für schwierig hier mit einer allgemein gültigen Formel zu arbeiten. Freizeitblogs und die dazugehörigen Facebook-Streams werden wahrscheinlich zu anderen Tageszeiten und an anderen Wochentagen gelesen als News von Forbes oder CNN. Die Bäckerei ums Eck wird mich mit ihren Angeboten eventuell morgens unter der Woche besser erreichen, die Bar mit ihrer Happy Hour ein paar Stunden später. Statt fixen Regeln plädiere ich hier einfach auf den Einsatz von ein wenig Hausverstand (nicht den vom Billa), Ausprobieren und die Nutzung der neuen Facebook Statistiken.

Achtung bei Contests

Eine tolle Möglichkeit Fan-Zahlen zu steigern, ist die Veranstaltung von Gewinnspielen oder Contests – bei denen die Fans zB Bilder beisteuern müssen. Oft heißt es dann, das Bild mit den meisten Likes gewinnt irgendwas. Oder noch besser: „wir verlosen etwas an die ersten 10 kommentierenden Fans“. Das alles ware nämlich lange Zeit fast gänzlich gegen die Facebook Promotion Guidelines und damit eigentlich verboten (was natürlich viele dennoch nicht abhielt). Im schlimmsten Fall konnte das aber zur Sperre der Seite führen.

Nun seit der Änderung ist das alles aber (endlich) möglich, also fast alles: Seit 27. August 2013 dürfen Likes als Voting-Mechanismus und Likes, Kommentare, User-Posts dürfen als Teilnahme an einem Gewinnspiel gewertet werden. Was weiterhin nicht geht: Fans Beiträge teilen lassen und dafür eine Belohnung in Aussicht stellen. Das ganze gibts auch als handliche FAQ.

Übrigens, was weiterhin trotz allem mehr als problematisch sein dürfte sind Fälle wie dieser:
Radio Charivari und das verkorkste Facebook-Gewinnspiel um 10.000 Euro